
San Juan (Sant Joan de Labritja)
Der hügelige Norden: Dörfer, Terrassen und der leere Teil Ibizas
Sant Joan de Labritja ist die nördlichste und am dünnsten besiedelte Gemeinde Ibizas. Das Dorf selbst ist klein — eine weiße Kirche, ein Platz, ein paar Straßen —, doch die Gemeinde umfasst den gesamten hügeligen Norden mit kleinen Buchten, Kiefernwäldern und Weilern wie Sant Miquel, Sant Vicent und Sant Llorenç. Hier hat man am wenigsten das Gefühl, durch eine Ferienanlage zu laufen.
Geschichte
Der Norden war stets die arme Hälfte Ibizas: steile Hänge, wenig Wasser und Böden, die nur terrassiert nutzbar waren. Bauern lebten verstreut in weiß gekalkten Fincas statt in Dörfern; die Dörfer entstanden um die Pfarrkirchen, die zugleich Zuflucht boten, wenn die Küste unsicher war. Diese Kirchen — massiv, weiß, mit überdachter Vorhalle — sind bis heute die Mittelpunkte. In den 1960er- und 70er-Jahren zogen Ausländer in die verlassenen Bauernhäuser dieser Gegend, was dem Norden seinen bis heute anhaltenden Boheme-Ruf einbrachte. Die Ackerterrassen liegen noch da, vielfach ungenutzt.
Was man hier macht
- Sieh dir die weiße Pfarrkirche von Sant Joan und den kleinen Platz davor an; für das ganze Dorf reicht eine halbe Stunde.
- Geh auf den Sonntagsmarkt in Sant Joan, wo sich der Norden versammelt.
- Fahr weiter nach Sant Miquel und steig zur Kirche über dem Dorf für den Blick übers Hinterland.
- Such die kleinen Buchten: Cala Xarraca, Cala d’en Serra und Portinatx liegen alle in dieser Gemeinde.
- Wandere die alten Wege zwischen den Terrassen; der Norden ist das beste Wandergebiet Ibizas.
- Fahr die Bergstraße Richtung Sant Vicent für die Ausblicke über die Nordküste.
Fakten
- Sant Joan de Labritja ist der katalanische, San Juan Bautista der spanische Name.
- Es ist die am dünnsten besiedelte Gemeinde Ibizas und umfasst den gesamten Norden der Insel.
- Die weiß gekalkten Pfarrkirchen dienten hier auch als Zuflucht bei Gefahr von See.
- Die Hangterrassen sind jahrhundertealte Agrartechnik, angelegt, weil der Boden sonst unbrauchbar war.
Gut für
Wanderer, Paare, Finca-Mieter und alle, die die Insel ohne Clubs sehen wollen.
Ehrlich gesagt
Ohne Auto sitzt man hier fest: Das Busnetz ist dünn und abends sind Taxis knapp. Außerhalb der Hochsaison hat vieles geschlossen, und die Bergstraßen sind schmal und kurvig.




